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Abschlussbericht des Kirchenkreises Cuxhaven

Nachricht 11. April 2012

über das Projekt „Kinderkirchenmusikprojekt“

Im Zwischenbericht von 2010 habe ich die Inhalte meiner Arbeit ausführlich beschrieben. Grundsätzlich ist zu bemerken, dass die Arbeit mit den Kindern natürlich viel Spaß gemacht hat und gerne angenommen wurde.
Mit der Zeit wurde auch in den Kindertagesstätten, die ausschließlich in offenen Gruppen arbeiten, angeregt, dass scheinbar uninteressierte Kinder ermuntert wurden, zu dem Singangebot zu kommen. Diese Kinder waren dann mit Feuereifer dabei.
Da ein Teil der Finanzierung meiner Stelle durch eine zweckgebundene Erbschaft ermöglicht wurde, war ich dieser Kirchengemeinde angegliedert. Mein „Haupthaus“ war die Kindertagesstätte dieser Gemeinde (St. Abundus, Groden).
Das hatte den Vorteil, dass ich dort für einen Teil der Verwaltungsfragen Ansprechpartner hatte, für den Rest war das Kirchenkreisamt zuständig.
Ich fühlte mich dieser Gemeinde verbunden, nicht allein durch regelmäßige Treffen mit den zuständigen Personen des Kirchenvorstandes.
Die Blockflötenarbeit widmete ich auch aus diesem Grund, ehrenamtlich, den Kindern dieser Tageseinrichtung.(dazu später mehr)
Leider drifteten aufgenommene Wünsche des Teams, danach ausgearbeitete Pläne und die praktische Durchführung immer wieder auseinander. Die Realität in den Kindertagesstätten sieht in der Regel keine lange Planung von Projekten vor. Das machte die Verwirklichung von solchen schwierig, auch wenn sie zuweilen erwünscht gewesen wären.
Ein Großprojekt konnte stattfinden, weil eine Kindertagesstätte spontan mitmachte: Auch durch die Unterstützung meines Kinderchores in der Gnadenkirche Cuxhaven in Zusammenarbeit mit dem Spatzenchor der St. Petri Kirchengemeinde konnte ich mit Kindern aus allen Kindertagesstätten (freiwillig) den „Regenbogenfisch“ aufführen. Ursprünglich war geplant, dies in einem Zentralgottesdienst zu Gehör zu bringen, aber leider machte uns die „Kirchenpolitik“ da einen Strich durch die Rechnung.
Die Ausbildung der Erzieherinnen erwies sich, wie im Zwischenbericht schon erläutert, als schwierig. Ich denke aber schon, dass ich in den Einrichtungen eine gewisse Nachhaltigkeit erzielen konnte, wo meine Arbeit von Erzieherinnen begleitet und geschätzt wurde. Die Lieder wurden auch von ihnen erlernt und dann im Alltag, oder zu Festen verwendet. Generell muss festgestellt werden, dass man nur das unterstützen kann, was man selbst erfahren und gelernt hat. Gerade aber an diesem Punkt scheitert das Miteinander, denn weder in den Schulen, noch in der Ausbildung spielt Musik eine zentrale, prägende Rolle. Musik ist Nebensache und alles was damit zusammenhängt, taucht nur noch rudimentär in unserer Gesellschaft auf.
Auch das „Brummen“ mit Kindern ist ein Phänomen, dem sich eine große Anzahl von Erzieherinnen und Erziehern hingibt. Die Verantwortung, der Anspruch und auch die Bereitschaft zum höheren Singen ist häufig nicht gegeben und die Meinung „lieber zu tief gesungen, als gar nicht“ zieht weite Kreise. Alle Tipps und gute Reden werden in solchen Fällen ignoriert. Ich habe die Vermutung, dass diese Erwachsenen nicht hören, dass die Kinder in diesem Fall nicht singen, wenn überhaupt nur schreien, bzw. sprechen.
Dass die lohnenswerte Anstrengung schön zu singen, nicht erlebt wird, ist offensichtlich. Ausnahmen gibt es erfreulicherweise auch da!
Sowohl sprachlich, als auch motorisch kann man Kinder mit dieser Arbeit fördern. Es ist erstaunlich, wie durch wiederholtes Tun Kinder selbst eine Entwicklung spüren, noch mehr Spaß daran haben und sich mit der Zeit trauen, mitzumachen (auch bei motorischen Spielen), oder sich gar freuen, dass Worte plötzlich aus ihnen „herauskommen“ (bei Kindern mit sprachlicher Verzögerung).
So ist v.a. bei den unter 3jährigen, oder auch bei den Kindern mit Migrationshintergrund ein solches Verhalten offensichtlich, „wache Kinder“ inspirieren die Arbeit durch eigene Ideen.
(In manchen Kindertagesstätten konnte ich mit den Jüngsten gesondert singen.)
Auch Erzieherinnen hatten mit manch einer Rhythmus- oder Motorikübung so ihre liebe Not. Sehen Kinder diese Unzulänglichkeiten und den Spaß, den auch Respektspersonen haben, sind sie noch motivierter.
Sehr interessant war auch immer wieder das Singen mit den Vorschulkindern. In dieser Lebensphase sind v.a. Jungs schwer davon zu überzeugen, dass diese Art der Beschäftigung schön ist, abgesehen davon, wie wichtig es für ihre Entwicklung ist.
Bei Einzelaufgaben wurde für begleitende Erzieherinnen klar, was unter dem „harten Kern“ eines solchen „coolen Kerls“ oder „Clowns“ lag: Nämlich ganz viel Unsicherheit und Scham.
Hier spielt nun die Persönlichkeitsbildung stark mit herein. Kinder, die inzwischen 4 Jahremit mir gesungen haben, haben eine vollkommen natürliche Haltung dem Singen gegenüber. Es scheint, dass sie sich hier wie in einem geschützten Raum bewegen. Sie tun es, weil es Spaß macht, es gehört zu ihnen.
Das Miteinander in gemischten Gruppen ist kein Problem. Kleine müssen oftmals erst ihre Scheu überwinden, aber durch Dabeisein und Zugucken lernen sie zwanglos. Mit der Zeit werden sie dann mutiger und machen mit.
Eine Entspannungsübung in Verbindung mit Farben, Lauschen, Herumschleichen nahm an einem Vormittag eine unerwartete Wendung: drei Kinder schliefen tief und fest innerhalb dieser 1-minütigen Entspannungsphase ein. Sie waren schon älter als 3 Jahre! Auch auf diesem Gebiet taten sich „Erkenntnistüren“ auf.
Allein durch entspanntes und wohlklingendes Vorsingen sind Kinder schon fasziniert. Wenn ich anfänglich neu in eine Kindertagesstätte kam und in dem Ambitus sang, der den Kindern angepasst ist, guckten die Kinder erstaunt und dann kam: „oh, kannst Du aber schön singen“. Das waren die Glücksmomente, die u.a. darin gipfelten, dass Kinder bei bekannten, zu tief angestimmten Liedern, gibt man ihnen die Möglichkeit, selbst in ihre Lage korrigieren.

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